Franciacorta: Ein Anbaugebiet, ein Wein

 

 

Die Anfänge

Als Erbe und Botschafter einer alten und geschichtsträchtigen Weinbautradition eines prächtigen Anbaugebietes, wurzelt der Franciacorta in der Weinproduktion des 16. Jahrhunderts. Die Hingabe und Liebe der Winzer von damals und heute haben die Eigenschaften dieses Weines in der ganzen Welt bekannt und geschätzt gemacht

 

Der Franciacorta: Eine Herkunftsbezeichnung als Synonym für Qualität

Der Franciacorta ist der erste ausschließlich mit zweiter Gärung in der Flasche hergestellte italienische Wein, bereits 1995 wurde ihm die Bezeichnung Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG - Kontrollierte und garantirete Herkunftsbezeichnung) verliehen.

Heute steht auf seinen Etiketten nur die Herkunftsbezeichnung Franciacorta, die in einem Begriff sowohl das Anbaugebiet, als auch die Produktionsmethode und den Wein bezeichnet.

In ganz Europa gibt es nur zehn Weine, die sich dieses Privileg erfreuen und nur drei Produkte uner ihnen werden durch Flaschengärung gewonnen: Cava, Champagner und Franciacorta.

 

Die Betriebe der Franciacorta

Historische Weinkeller, heute moderne Kathedralen der Weinbautechnologie, produzieren nicht nur Franciacorta in seinen verschiedenen Sorten (Satèn, Rosé, Millesimato (Jahrgangswein), Riserva), sondern auch den Curtefranca DOC weiß und rot sowie Sebino IGT, die stillen Weine der Franciacorta.

 

Das Anbaugebiet

Die Franciacorta ist ein prächtiges Anbaugebiet im Herzen der Lombardei, deren heutige Grenzen sich auf die Aufteilung des Umlandes zu Zeiten der Viskontes zurückführen lassen, die von der Serenissima, der Republik Venedig, im 15. Jahrhundert wieder aufgenommen und schließlich bestätigt wurden. Heute umfasst sie die Gebiete von 19 Gemeinden der Provinz Brescia.

 

Bewahrt das Konsortium die Produktionsordnung des Franciacorta.

Die zahlreiche Tätigkeiten reichen von der Kontrolle der Produktion über den Schutz und die Aufwertung der Herkunftsbezeichnung und des Weins, bis hin zu Information über Produkt und Gebiet. Außerdem gehört es zu seinen Aufgaben die Zertifizierung des gesamten Produktionswegs all der Betriebe zu überprüfen, die die Herkunftsangabe nutzen, ob Mitglieder oder nicht, vom Weinanbau bis hin zur Ausgabe der staatlichen Kennzeichnung, die von Ministerium für Agrarpolitik nur für DOCG-Weine vergeben wird.

 

Produktionsmethoden des Franciacorta und die Ordnungsvorschriften von

Traubenmischung

Franciacorta wird aus Chardonnay- und/oder Pinot Nero-Trauben hergestellt. Der Gebrauch von Pinot Bianco ist bis zu einem Anteil von 50% der Traubenmischung gestattet.

Wie bei jedem Qualitätswein sind die Produktionszeiten und - methoden langwierig, und müssen penibel und präzise eingehalten werden.

 

Produktion

In den Weinbergen der Franciacortawerden maximal 100 Doppelzentner Trauben pro Hektar der Rebsorten Chardonnay, Pinot Nero und Pinot Bianco hergestellt. Nach der Weinlese, die ausschließlich per Hand erfolgt, werden die ganzen Trauben in die Kellerei gebracht, wo die Lese eines jeden Weingartens getrennt zu Wein verarbeitet wird.

 

Maximal 100 Doppelzentner Trauben pro Hektar

Beim sanften Pressen der Trauben entsteht der Vorlaufmost für die Produktion der Ausgangsweine des Franciacorta, aus denen im Frühling bereits die Cuvée gebildet wird: eine Mischung von Franciacorta-Ausgangsweinen, auch verschiedener Jahrgänge, die bei sorgfältigen Degustationen ausgesucht werden, und durch die jeder Hersteller die Eigenschaften bestimmen kann, die er „seinem“ Franciacorta verleihen will.

 

Tirage

Es folgt die Phase der Tirage, in der dem bereits abgefüllten Wein Zuckersirup und aktive Hefe zugesetzt werden, um eine langsame und natürliche zweite Gärung einzuleiten, bei der in der Flasche Kohlensäure entsteht (Schaumbildung). Dadurch steigt der Druck in der Flasche auf bis zu 5-6 atm. Die versiegelten Flaschen werden in den Weinkellern horizontal aufgeschichtet und bleiben in dieser Position so lange, bis die verschiedenen Franciacorta-Sorten gereift sind.Während dieser Monate erlangt der Franciacorta sein charakteristisches Geschmacksprofil und wird mit aromatischer Komplexität angereichert.

Am Ende dieser Phase fallen in der Flasche Hefereste aus, die sich in der Nähe des Korkens ablagern und später beim Enthefen (oder Degorgieren) entfernt werden. Während des Enthefens werden die Flaschen in eine aufrechte Lage gebracht und ihr Hals in ein Eisbad getaucht, wodurch sich ein Eispfropfen bildet, in dem alle Hefereste eingeschlossen sind.

 

Enthefen

Beim Entfernen des Metallverschlusses ist der Druck im Inneren der Flasche so groß, dass der gefrorene Rest heftig heraus gestoßen wird, wobei nur eine minimale Menge an Wein und Druck verloren geht.

 

Dosage

Bei nicht-dosiertem Franciacorta wird die Flasche nur mit ein wenig Wein aufgefüllt, bei den anderen kommt weiterer Dosagesirup aus Franciacorta und Zucker hinzu. Der Zuckergehalt der Flüssigkeit bestimmt die Geschmackssorte des Franciacorta (Extra Brut, Brut, Extra Dry, Dry, Sec oder Dry, Demisec).

 

Staatliche Kennzeichnung

Schließlich werden die Flaschen mit dem klassischen, pilzförmigen Sektkorken verschlossen, der mit dem typischen Drahtgestell an der Flasche befestigt wird. Nach der Abfüllung wird vor dem Verkauf noch auf jeder Flasche eine Kennzeichnung des italienischen Staats - oder eine Banderole - angebracht, die allen Erzeugern des Franciacorta-Schutzkonsortiums im Auftrag der Handelskammer Brescia erteilt wird, die auch das endgültige obligatorische Zertifikat der Bezeichnung DOCG des Franciacorta ausstellt. Auf dieses Siegel ist die Aufschrift „Franciacorta Denominazione di Origine Controllata e Garantita“, eine laufende Seriennummer, die Füllmenge der Flasche und das Logo „F“ des Konsortiums gedruckt, als ein weiteres Kennzeichen für Kontrolle und Aufsicht.

 

Produktionsdauer

Die Produktionsdauer des Franciacorta ist sehr lang , sie beginnt sieben Monate nach der Weinlese, wenn der aus Basisweinen bestehenden Cuvée Hefen zugesetzt werden, um dann abgefüllt zu werden.

  • Franciacorta (nicht Jahrgangswein): mindestens 18 Monate Flaschengärung, bevor entheft (degorgiert) wird
  • Satén und Rosé (nicht Jahrgangswein): 24 Monate
  • Franciacorta Jahrgangswein (Millesimato): mindestens 30 Monate
  • Franciacorta Riserva: mindestens 60 Monate.

 

Die neuen Produktionsvorschriften

Nach einer langen und komplexen Informations -und Beteiligungsarbeit der Konsortialmitglieder, sind 2008 die neuen Vorschriften in Kraft gereten, di eim Vergleich zu den früheren Regelungen rigider sind und als die strengsten weltweit gelten dürfen. Zur Zeit wird eine Revision der Produktionsvorschriften vorgenommen, deren Ziel die zusätzliche Qualitätssteigerung des Weines ist.

 

„Riserva Vendemmiale“

Die neuen Vorschriften führen auch als wichtige Neuheit die „Riserva Vendemmiale“ ein. Sie gibt den Erzeugern die Möglichkeit, bei qualitativ guten Jahrgängen mit Produktionsmengen von mehr als 100 Doppelzentnern, 20% mehr Trauben zu verarbeiten. Der daraus gewonnene Wein wird als Reserve aufbewahrt, die nur in besonderen Fällen zu Schaumwein verarbeitet werden kann, wenn die Erzeuger das Limit von 100 Doppelzentnern/Hektar nicht erreichen. Diese Möglichkeit garantiert sowohl Quantität als auch Qualität des Produkts.

 

Wie Franciacorta eingesetzt wird

Franciacorta kann man zu vielen verschiedenen Gerichten und Produkten genießen, da jeder Wein eine eigene, ausgeprägte Persönlichkeit hat. Er wird in Franciacorta-Kelchen bei einer Trinktemperatur von 8-10° C serviert.

 

Wie man ihn lagert

Für die korrekte Lagerung dieses Weines werden die Flaschen horizontal aufbewahrt, damit der Korken feucht und ausgedehnt bleibt und somit garantiert dicht ist. Der Raum sollte dunkel und kühl, zwischen 10 und 15°C temperiert sein und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 70-75% haben.